Herr Nappe berichtet, dass man mit dem Ankauf des ehemaligen EWE-Gebäudes im Jahre 2023/24 einerseits ein für das Baujahr fortschrittliches Gebäude erworben habe, andererseits aber auch ein inzwischen 26 Jahre altes. Die EWE habe zwar im Rahmen des Verkaufs Mängel beseitigt und auch bspw. die Warmwasserzubereitung dezentralisiert, es zeige sich aber, dass in einigen Bereichen Unterhaltungsbedarf bestünde. Ende 2025 habe es vermehrt Heizungsausfälle gegeben, einer davon über eine Woche, und inzwischen würden mehrmals in der Woche Fehlermeldungen anfallen und eine regelmäßige Prüfung und Entstörung durch Mitarbeitende sei damit unerlässlich. Um zukünftig eine uneingeschränkte Wärmeversorgung des Gebäudes zu ermöglichen sei das Ingenieurbüro Sturm beauftragt worden, eine Heizlastberechnung aufzustellen und darauf aufbauend verschiedene Alternativen zu beurteilen. Der erste Beratungsbericht wurde dabei noch einmal aktualisiert, weil einerseits erste Angebotseinholungen zu abweichenden Preisen führten, andererseits auch eine Einbindung in die Gebäudeautomatisation inkl. Nutzung der Abwärme aus Serverlandschaften als sinnvoll erschien. Der Fokus wurde daher eher auf einer wartungsarmen, regenerativen, zukunftsorientierten und förderfähigen Heizungsmöglichkeit gelegt. Unter Beachtung der Gaspreisentwicklung und der CO2-Bepreisung werde eine Gaskesselanlage nicht präferiert, auch sei sie wirtschaftlich die schlechteste Variante. Auch unter Beachtung der zusätzlichen Aspekte, wie z. B. die Sicherstellung des Gebäudebetriebes während einer Katastrophenschutzlage, werde verwaltungsseitig die Sole-Wasser-Wärmepumpe präferiert.
Auf Nachfrage von Ratsherrn Schmidt-Berg erläutert Herr Nappe, dass eine Reparatur der aktuellen Heizungsanlage nicht möglich sei, da die notwendigen Ersatzteile nur bedingt verfügbar wären. Das habe bereits der einwöchige Ausfall im letzten Winter gezeigt. Weiterhin seien die regelmäßigen Entstörungen keine Dauerlösung, gerade bei längeren Phasen ohne Nutzung, bspw. verlängerten Wochenenden, würden die Mitarbeiter mit zusätzlichem Aufwand prüfen und entstören müssen. Geologische Auswertungen für den lokalen Bereich in Westerstede würden eine Sole-Wasser-Wärmepumpe zulassen. Genaueres werde nach einer Probebohrung feststehen, aus der man die erforderlichen Daten für die letztendliche Entscheidung gewinne.
Ratsfrau Kundt-Bergmann bedankt sich für die ausführliche Darstellung und Erläuterungen. Bei den Reparaturen der aktuellen Heizungsanlage sei zudem ungewiss, in welcher Höhe diese künftig ausfallen. Zudem sehe sie eine Wärmepumpe gegenüber einer Gaskesselanlage als vorteilhafter an, da die Stadt dann unabhängig und zukunftsfähig aufgestellt sei.
Auch Ratsherr Kroon und Ratsherr Piepers sehen den Erhalt der aktuellen Heizungsanlage als nicht sinnvoll an. Anhand der Ausarbeitung des Ingenieurbüros Sturm sehen sie die Sole-Wasser-Wärmepumpe als wirtschaftlichste Alternative.
Diesem schließt sich Ratsherr Ahrenholtz an und gibt zu bedenken, dass die Beschaffung von Ersatzteilen schon jetzt nur schwerlich möglich seien und die derzeitige Heizungsanlage als nicht reparierbar angesehen werde.
Ratsherr Schmidt-Berg hinterfragt die Stromversorgung der Wärmepumpe, da die Versorgung seitens des Energielieferanten möglicherweise eingeschränkt werden könnte. Zudem sei der zugrunde gelegte Strompreis in der Berechnung nicht fixiert und könnte abweichen.
Herr Nappe geht hierauf ein und erläutert, dass Wärmepumpen bei dem Energieversorger angemeldet werden müssten und der Netzbetreiber die Versorgung bei Anlagen größer 4,2 Kilowatt netzorientiert steuern könne. Es seien jedoch immer mindestens 40 Prozent der elektrischen Leistung zur Verfügung zu stellen. Die Steuerung erfolge auch nur in den Zeiten, wo das Stromnetz zu überlasten drohe. Die Heizanlage würde auch so konfiguriert werden, dass diese über Speicher und Strombezug außerhalb der netz-kritischen Zeiten die volle Heizleistung gewähre. Bei der Ausarbeitung des Ingenieurbüros Sturm sei eine Anpassung des Strompreises in der statischen und dynamischen Betrachtung erfolgt und in beiden Fällen sei eine Gasheizung die unwirtschaftlichste Lösung. Zudem gibt er an, dass für Wärmepumpen ein geringerer Strombezugspreis anfalle als beim allgemeinen Strombezug (Wärmepumpenstrom).
Sodann lässt die Ausschussvorsitzende, Ratsfrau Welter, über den Beschlussvorschlag abstimmen.