Garnholt

Im Osten der Stadt Westerstede liegt das zur Stadt gehörende Dorf Garnholt. Es grenzt an die Gemeinden Bad Zwischenahn und Wiefelstede. Garnholt ist ein landwirtschaftlich strukturiertes Dorf. Der überwiegende Teil der Einwohner lebt im Haupt- oder Nebenerwerb von Landwirtschaft oder Baumschule. Ein großes Wald­gebiet, die „Garnholter Büsche", grenzt an die Dörfer Petersfeld, Linswege und Hüllstede. Neben den landwirtschaftlichen Höfen und Baumschulen ist Garnholt geprägt durch seine Streulagenbesiedlung. An der Gemeindegrenze zu Bad Zwischanhn befindet sich in Garnholt ein Windenergiepark mit 6 Windkraftanlagen.

Das Dorf Garnholt wurde vom Kloster Rastede gegründet. Ein genaues Datum lässt sich nicht mehr feststellen. Da im Jahre 1292 schon drei Höfe „im Garrenholte" dem Kloster zinspflichtig waren, muss die Gründung schon eher erfolgt sein. Diese drei Höfe sind die noch heute existierenden Höfe Deetjen, Neemann und Deye. Ab 1428 wird dann im Lagerbuch des Jacob von Specken ein vierter Hof genannt, Hanneken tom Garrenholte. Dieser Hof war der Ursprung des Gutes Groß Garnholt. Er wurde am 8. Juli 1874 von dem Ziegeleibesitzer August Lauw aufgekauft, abgebrochen und am heutigen Standort inmitten seiner Ländereien neu aufgebaut. Der alte Standort war zwischen dem Hof Deye und der ehemaligen Garnholter Schule. Diese vier Höfe wurden auch bei der Musterung auf Wehrtauglichkeit im Mannzahlregister des Amtes Westerstede vom 20. November 1581 und Oktober 1642 namentlich erwähnt. Um 1800 erfolgte dann die Besiedelung des Garnholterfeldes. Die ersten Anbauern waren Heitmann, Hinrichs und Hots. Garnholterfeld ist laut Katasteramt das Gebiet zwischen Garnholterdamm, Boßeldamm und dem Streek. Nach dem ersten Welt­krieg, zuerst bei der Volkszählung 1925 gaben die Einwohner von Otterbäksmoor, Stigge, Lyon, Cording und Diers als Wohnort Garnholterfeld an. Amtlich, laut Katasteramt ist das falsch. Auch beim Niedersächsischen Staatsarchiv in Oldenburg hatte man keine Erklärung dafür. 1815 wurden die ersten Höfe am Garnholterdamm erwähnt. Es sind die heutigen Höfe von Bartels und Pieper. Zügig erfolgte dann die weitere Besiedelung Garnholt's. Bei der Volkszählung 1816 gab es 12 Wohnhäuser in Garnholt. 1997 sind es 69 Wohnhäuser. Garnholt gehörte zur Bauerschaft Linswege, erst 1830 wurde Garnholt eine selbständige Bauerschaft.

1926 wurde die Freiwillige Feuerwehr Garnholt gegründet.

Seit 1972 arbeitet ein repräsentativer Arbeitskreis der Dorfgemeinschaft an den Planungen der Drei-Dörfer-Dorferneuerung Garnholt, Gießelhorst und Hüllstede. Im Februar 2011 wurde der Dorferneuerungsplan vom Amt für Landentwicklung Oldenburg genehmigt.