Linswege

Die älteste Urkunde, die über Linswege berichtet, stammt aus dem Jahre 1124. Darin heißt das Dorf Lynsvidon. Die Keimzelle der Siedlung ist der Esch, der auf einer Bodenwelle liegt, die sich, wie alle ammerländischen Bodenwellen, in der Richtung von NO nach SW erstreckt und sich in ihrem höchsten Teil 11,25 Meter über NN erhebt. Im SO fällt sie nach dem Tale der Süderbäke und nach NW nach einer schmalen Niederung ab, die von einem Streek durchflossen wird. Die Bodenwelle hat gute Abwässerung und eignete sich daher zur Anlage der ersten Äcker der Bewohner. Der Esch ist es gewesen, der die ersten Siedler zur Anlage ihres Dorfes veranlasst hat.

Nur von NO war die Bodenwelle trocken zu erreichen, während an allen anderen Seiten die Niederungen ihr Betreten fast unmöglich machten. Auf diesem von NO kommenden Rücken entlang führte die alte Heerstraße von Spohle über Westerstede nach Apen. An diesem Wege hatten sich die Bauern ihre Häuser gebaut. Das alte Dorf Linswege bestand aus zwei Teilen. Der eine Teil lag auf dem Höhenrücken, der andere an dem Wege, der zum Hüllsteder Rücken führte.

Linswege war das bestsituierte Dorf im ganzen Kirchspiel. In früherer Zeit waren die Linsweger Bauern wegen ihres Reichtums bekannt. Die meisten der wohlhabenden Hausleute werden bereits im Lagerbuch von 1428 erwähnt. Die Hausleute besaßen durchweg stattliche Häuser, darunter solche von 170, 138 und 136 Rthl. Wert, und recht gute Viehbestände.

Auch die Köter befanden sich überwiegend in guten Vermögensverhältnissen. Einige von ihnen hatten freilich so kleine Häuschen, dass sie nur mit 2 Rthl. im Register standen. Derart bescheidene Gebäude befanden sich übrigens auch in verschiedenen Köterstellen anderer Dörfer. In Linswege wurde auch noch fleißig geimkert. Acht Imker vermerkt das Register.

Aber dieser Reichtum hatte auch seine Nachteile. War der Feind im Lande, vergaß er nie, auch Linswege heimzusuchen und das Dorf auszuplündern. Linswege war ja von Westerstede aus durch die Heerstraße gut zu erreichen. So wurde auch Linswege mit Westerstede und Hüllstede 1457 gebrandschatzt. Im Jahre 1476 bereiteten Münstersche Truppen dem Dorfe, ebenso wie Westerstede und Hüllstede, das gleiche Schicksal. Doch waren die Linsweger auch dabei, als es galt, bei Seggernforde den Ostfriesen die Beute wieder abzujagen.

Heute hat sich das ehemalige landwirtschaftlich geprägte Dorf mehr zu einem Wohnort entwickelt. Wie in den anderen Dörfern auch, ist die Zahl der Bauernhöfe stark zurückgegangen. Dennoch ist die Einwohnerzahl in den letzten Jahrzehnten ziemlich konstant geblieben. Linswege hat jetzt rd. 430 Einwohner.

Ein Ausflugsziel in der schönsten Jahreszeit (Frühling) ist der Rhododendron-Waldpark Linswege-Petersfeld. Durch den etwa 65 ha großen Rhododendron-Wald führt eine 2,5 km lange Ringstraße, die den hauptsächlich mit Rhododendronpartien durchsetzen Teil berührt. Die Länge der die Rhododendron-Gruppe umschließenden Pfade beträgt mehr als 8 km. Während der Hauptblütezeit (Ende April bis Anfang Juni) ist der Rhododendron-Waldpark täglich von 8.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet.