Mansie-Lindern

Mansie und Lindern gehören zu den ältesten bäuerlichen Siedlungen. Der Esch konnte schon früh als Ackerland bearbeitet werden. Da aber jeder Esch je nach Größe nur einer begrenzten Bewohnerzahl eine Existensgrundlage bot, lassen sich durch die Jahrhunderte die gleichen Höfe oder Hausmannstellen nachweisen. Für Mansie sind neun Hausmannstellen und eine Köterei angegeben, für Lindern vier Hausmannstellen. Die früheste urkundliche Angabe ist aus dem Jahre 1382 mit Teyleke Bruggemann.

Die Dörfer Mansie und Lindern liegen zwischen der Süderbäke und der Gießelhorster Bäke. Die ursprüngliche Besiedlung lag im wesentlichen entlang des von Osten nach Westen verlaufenden alten Heer- und Handelsweges. Alle anderen Siedlungen und Häuser sind erst in den vergangenen 200 Jahren entstanden.

Die recht geradlinig verlaufenden Straßen wurden erst vor rund 100 Jahren angelegt und verdeutlichen die heutige gute Verkehrslage der Orte.

Gegenwärtig hat die Bauerschaft Mansie-Lindern 399 Einwohner. Diese Einwohnerzahl hat sich in den letzten 100 Jahren um 48 erhöht: 1897 waren es 345. Heute gibt es aber doppelt so viele Wohnhäuser wie vor 100 Jahren. Das zeigt den Wandel zur Kleinfamilie und das Streben der Jüngeren zum eigenen Hausstand. Die Wohnhäuser verteilen sich etwa je zur Hälfte auf Mansie und auf Lindern.

Eine eindeutige Erklärung der Herkunft und Bedeutung des Ortsnamens Mansie ist bisher nicht gelungen. Der Ort selbst jedoch gehört zu den ältesten Siedlungen unserer Heimat, wie die von Dr. Zoller gemachten Bodenfunde ergeben haben.

Im Zusammenhang mit dem Burgplatz Mansingen und dem Geschlecht der Ritter von Mansingen im 12. Und 13. Jahrhundert kann wohl davon ausgegangen werden, dass diese den Namen des seit altersher vorhandenen Dorfes angenommen haben, wie auch die benachbarten Junker von Apen und von Fikensolt.

Seit fast 800 Jahren finden wir den Namen in den verschiedenen Schreibweisen auf erhaltenen Urkunden (Mansy/Mansinghe 1260 und Mansingen 1382).

Den Ortsnamen Lindern gibt es in der näheren Umgebung auch noch als Klosterhof Lindern bei Grabstede und als Ortschaft bei Cloppenburg. Für die frühe Besiedlung Linderns seit der "Römischen Kaiserzeit" gelten die Annahmen wie für Mansie. Auch urkundliche Erwähnungen und Eintragungen auf alten Karten entsprechen den für Mansie gemachten Ausführungen.

Bis vor wenigen Jahrzehnten hat sich die landwirtschaftliche Grundstruktur von Mansie-Lindern erhalten. Die Dörfer waren Bauerndörfer und die Landwirtschaft war Grundlage für das Leben fast aller Einwohner.

Dann setzte etwa seit 1945 ein Strukturwandel ein , der in seinem Ausmaß kaum vorhersehbar war. Nur noch wenige große landwirtschaftliche Betriebe, durch Zupachtungen ständig ausgedehnt, werden unter Einsatz von arbeitskräftesparenden Maschinen und Geräten als Familienbetriebe geführt. Die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Kleinbetriebe wurde ganz aufgegeben, das Land größtenteils verpachtet und das Vieh abgeschafft. Frühere Stallungen baute man oftmals zu Wohnraum um.

So hat die Bauerschaft Mansie-Lindern heute nur noch einen geringen Bevölkerungsanteil, der in der Landwirtschaft tätig ist. Die ehemaligen Bauerndörfer sind wegen der verkehrsgünstigen Lage zu bevorzugten, ruhigen Wohnorten geworden.