Ocholt

Ocholt, heute nach Westerstede die größte Ortschaft unserer Stadtgemeinde, gehörte 1679 noch zu den kleineren Dörfern des Kirchspiels. In ihm wohnten nur vier Hausleute.
Das alte Dorf Ocholt liegt auf einer Anhöhe, die sich 7,50 Meter über NN und 4 Meter über seine Umgebung erhebt. Nach allen Seiten erfolgt der Abfall zur Niederung rasch, so dass der Hügel eine gute Abwässerung hat. Da zudem sein Untergrund aus durchlässigen, feinkörnigen Sanden besteht, eignete er sich für die ersten Ansiedler gut zur Anlage des Ackers. Die alte Gewannflur, der Esch, liegt nun nicht wie bei anderen ammerschen Dörfern auf dem höchsten Teil der Anhöhe, sondern auf dem sich nach Südosten hin erstreckenden Ausläufer des Hügels. So kommt es, dass das Dorf nicht wie die meisten anderen ammerländischen Dörfer am Fuße des Esches liegt, sondern die Ocholter konnten sich den Luxus erlauben, ihr Dorf auf dem höchsten Teil des Hügels anzulegen. Dort hatten sie es stets trocken, und die Wege zwischen den Häusern waren zu jeder Zeit gut befahrbar. Im Buernhörn wohnten die vier Hausleute Ohlroggen, Brünjes, Lüers und Hobben. Gleich daneben lag das Köterdorf, das jetzt nicht mehr existiert. Die Köter haben sich später auf ihren Kämpen angesiedelt oder wohnen als Handwerker oder Kaufleute an der Straße von Westerstede nach Godensholt. Ocholt gehört nicht zu den ältesten Dörfern der Stadtgemeinde Westerstede; es ist erst im 13. Jahrhundert entstanden.

Howiek ist eine noch jüngere Siedlung als Ocholt. Das Dorf wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1581 erwähnt. Nach dieser Urkunde wohnten im Dorfe nur drei Hausleute. Die drei Hausmannstellen gehörten zu den größten des Kirchspiels.

Heuersleute, Brinksitzer und Köter wohnten nicht im Dorfe. Daher war ein Familienname der Dorfbewohner anfangs nicht notwendig. Die Hausleute zu Howiek nannten sich nach ihren Vornamen. Falls sie eine Urkunde unterschreiben mussten, fügten sie ihrem Vornamen "zu Howiek" hinzu. Später wurde z.B. aus Eilerd zu Howiek der Stammname Eilers, aus Gerd zu Howiek der Stammname Gerdes usw.

Das Doppeldorf (Ocholt-Howiek) liegt verkehrsgünstig an der Bahnlinie Oldenburg - Leer.

Der alte Handelsweg von Zwischenahn nach Apen kreuzte hier die Straße von der Friesischen Wehde ins münsterländische Cloppenburg. So war Ocholt bereits im Mittelalter nicht allein wegen seines großen Holzreichtums, sondern auch als Verkehrsknotenpunkt eine bedeutende Ortschaft. Die Ocholter "Höltjer" vertrieben einst das schwere Eichenholz aus ihren Wäldern nach Edewecht zu den dort ansässigen Schiffswerften oder über Apen nach Leer.

Als Ziel vieler Wanderer und Naturfreunde gilt die sagenumwobene Howieker Wassermühle. In idyllischer Umgebung gelegen befindet sich hier auch eine Waldbühne, die unter anderem auch das Domizil des Heimatvereins ist.

Heute hat Ocholt-Howiek - einschließlich Ocholterfeld - rd. 2.800 Einwohner. Der Einzugsbereich von Ocholt ist Dank der guten Infrastruktur erheblich größer. Ocholt verfügt über einen Bahnanschluss, eine Grundschule mit Orientierungsstufe, Kirche, Ärzte, Apotheke, Banken und leistungsfähige Gewerbebetriebe.

Weitere Informationen zu Ocholt finden Sie auch unter www.ocholt.de

Weitere Links:
Handels- und Gewerbeverein Ocholt