Torsholt

Abseits von den Hauptverkehrsstraßen liegt Torsholt im südlichen Randbereich der heutigen Stadtgemeinde Westerstede.

Torsholt ist der einzige Name im Ammerland, der mythologischen Ursprungs sein kann. Dann wäre hier eine altgermanische Kultstätte gewesen, wo unsere Vorfahren den Donnergott Thor verehrt hätten. Der Name kann aber auch mit Tar oder Ter zusammenhängen. Damit bezeichneten unsere Vorfahren einen Baum, der ihnen das Nutzholz lieferte. Die Deutungen sind natürlich Vermutungen und im Einzelnen leider nicht nachweisbar.

Der erste in einer Urkunde von 1275 genannte Torsholter hieß Borchard von Torzholte. 1385 kaufte ein Reyner van Tortesholte (Ulken) "dat wyltbrok und de menen marke van levinges huve to mansingen". 1428 wird dann ein Meine Beninges (Bennje) genannt. Um 1530 ein Willeke Hissingen (Hisje/H. Ertelt).

Torsholt liegt eingebettet in der Landschaft und bietet dadurch einen abwechs­lungs­reichen Eindruck. Viel alter Baumbestand, Straßenalleen, unterschiedliche Hecken, Grünland, Wald und Saumbiotope verhindern eine harte Trennung zwischen Dorf und Umgebung. Eine innerörtliche große Grünfläche verleiht dem Dorf einen offenen Charakter.

Der Ortskern weist einen ringförmigen Aufbau auf, der Ansätze eines Haufendorfes erkennen lässt. Ein geschlossener Ortsmittelpunkt hat sich jedoch nicht heraus­kristallisiert. Gehöfte, Wohnhäuser, insbesondere Siedlungshäuser, handwerkliche Betriebe und Versorgungsbetriebe wurden hauptsächlich entlang der Verbin­dungs­straßen gebaut. Das alte Wegenetz zeigt sich als nahezu unverändert und bestimmt die Gliederung des Dorfes. Zwei ortsprägende Gebäude sind das ehemalige Schul­ge­bäude und die Windmühle. Die "Neue Schule" von 1938 dient seit 1977 als Dorfge­mein­schaftshaus. Die Änderungen der Schulpolitik führten 1971 zur Aufgabe der Schule für Unterrichtszwecke in Torsholt. Die Räume wurden in Eigenarbeit von den Torsholtern renoviert. Eine zwischenzeitlich privat eingeleitete Restauration der Mühle wurde 2006 vollendet.

Die 1882 errichtete reetgedeckte Kappenwindmühle, das Wahrzeichen des Ortes, die Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben war, ist restauriert worden.

Die Landwirtschaft und mittelständische Betriebe sind ein weiteres bestimmendes Ele­ment des Dorfes. Dazu kommen eine Bäckerei, eine Gastwirtschaft mit Saalbetrieb und ein Café.

Des Weiteren findet sich im Ort eine ausgeprägte dörfliche Gemeinschaft, die sich in einem regen Vereinsleben ausdrückt. Größere Vereine sind der Ortsbürgerverein, der Boßel- und der Gesangverein. Zudem die Freiwillige Feuerwehr, die Landjugend, der Sozialverband, eine Landvolkgruppe, ein Spielkreis, ein Oldtimer-Club und ein Flöten­kreis. Die Vereine werden in den beiliegenden Anlagen im Einzelnen noch vorgestellt.

Entwicklung der Einwohnerzahlen:

Jahr 1939 1961 1970 1980 1997 2003 2010 2011
Einwohner 530 509 670 653 614 641 642 696