Gemeinsam für Wärmewende, Klimaschutz und Energieversorgungssicherheit: Die Stadt Westerstede hat offiziell den Startschuss für die Erstellung eines kommunalen Wärmeplans gegeben. Ziel ist es, die Wärmeversorgung bis zum Jahr 2040 klimaneutral zu gestalten. Unterstützt wird die Stadt dabei vom regionalen Energienetzbetreiber EWE NETZ, der die Ausschreibung für sich entschieden hat.
Der Wärmeplan wird Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen künftig Sicherheit darüber geben, wie sich die Wärmeversorgung in Westerstede entwickelt – ob zentral über Wärmenetze oder dezentral über individuelle Heizlösungen. Der Planungsprozess dauert rund ein Jahr.
Bürgermeister Michael Rösner: „Die kommunale Wärmeplanung ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg zu mehr Klimaschutz und regionaler Energieunabhängigkeit. Wir wollen die Chancen der Wärmewende für Westerstede nutzen und gemeinsam mit EWE NETZ eine nachhaltige, wirtschaftlich tragfähige Strategie für unsere Stadt entwickeln.“
Vier Projektphasen bis zum Umsetzungsstart
Die kommunale Wärmeplanung umfasst vier Phasen:
- Bestandsanalyse – Erhebung des Ist-Zustands der Wärmeversorgung, inklusive Gebäude- und Heizungsstruktur sowie CO 2 -Bilanz.
- Potenzialanalyse – Ermittlung lokaler erneuerbarer Energien und Abwärmepotenziale.
- Zielszenarien – Entwicklung verschiedener Zukunftsmodelle für eine klimaneutrale Wärmeversorgung.
- Wärmewendestrategie – Ausarbeitung eines Maßnahmenkatalogs mit konkreten Handlungsempfehlungen.
Dabei sollen auch Gebiete analysiert werden, in denen sich Wärmenetze wirtschaftlich lohnen könnten, sowie Zonen, in denen dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen oder Biomasseheizungen sinnvoll sind. Nach Abschluss der Wärmeplanung nimmt sich die Stadt vor, in den kommenden Jahren Maßnahmen aus dem Plan umzusetzen.
Beteiligung der Öffentlichkeit
Wichtig ist: Die kommunale Wärmeplanung schreibt niemandem vor, wie künftig geheizt werden muss. Vielmehr schafft sie Transparenz über mögliche Energiepfade und hilft Bürgerinnen und Bürgern, künftige Entscheidungen zur Heizungsmodernisierung auf einer verlässlichen Basis zu treffen. Während des Wärmeplanungs-Prozesses werden Fachakteure, Energieversorger, Gewerbebetriebe und die Öffentlichkeit aktiv eingebunden – etwa über Informationsveranstaltungen, Workshops und Online-Formate.
„Für die Stadt Westerstede erarbeiten wir technologieoffen einen Wärmeplan, der Klimaneutralität und Versorgungssicherheit miteinander verbindet“, sagt Oliver Seel, Projektleiter bei EWE NETZ. „Unsere digitale Planungsplattform – der sogenannte ‚Digitale Zwilling‘ – hilft, alle relevanten Daten transparent darzustellen und Szenarien realitätsnah zu simulieren.“
Fahrplan für eine klimafreundliche Zukunft
Der Abschluss der Wärmeplanung ist für Herbst 2026 vorgesehen. Danach folgen die politische Beratung und der Beschluss des Stadtrats. Im Anschluss beginnt die konkrete Umsetzung der priorisierten Maßnahmen wie beispielsweise Machbarkeitsstudien für Wärmenetze.




