Blick zurück ins Jahr 1972: Blumenschmuck in den Straßen.© Stadtarchiv
Westerstede - Alle paar Jahre verwandelt sich der Alte Markt in Westerstede in einen blühenden Garten. Denn anlässlich der Pflanzenschau „Rhodo“ wird tonnenweise Erde aufgeschüttet und Pflanzen gesetzt. Vor allem die Rhododendren und Azaleen sorgen für Farbtupfer in der Innenstadt. Die Baumschulisten haben die Frühblüher kalt gestellt und die Spätblüher vorgetrieben, so dass alle Sorten gleichzeitig für ein üppiges Blütenmeer sorgen. Die Pflanzenausstellung zieht Experten und Pflanzenfreunde gleichermaßen an. Sie ist das Aushängeschild der grünen Branche. Doch wie hat das alles angefangen?
Die ersten Ideen
Schon früh gab es Leistungsschauen, wie aus den Aufzeichnungen der Stadt hervorgeht. Dann wurde die Idee geboren, ein Volksfest im Zeichen der Rhododendren zu feiern, um Westerstede und die Baumschulen bekannter zu machen. Die erste „Rhodo“ fand 1972 noch im kleinen Rahmen statt. Der Alte Markt und einige Straßenabschnitte wurden mit blühenden Pflanzen bestückt. Der Planungsstab vom Verkehrsverein hatte mit dem Ortsbürgerverein und freiwilligen Helfern zudem ein attraktives Programm zusammengestellt. Begrüßt wurden auswärtige Gäste. Folkloregruppen aus dem In- und Ausland traten auf und es gab jede Menge Musikdarbietungen. Auch eine Rhodo-Königin gab es schon. Rita Reimann trat 1972 mit dem damaligen Bürgermeister Albert Post an ihrer Seite vors Rathaus. Im Haar hatte sie eine Rhodo-Blüte.
850-Jahr-Feier
Nach dieser erfolgreichen Premiere wurde 1973 anlässlich der 850-Jahr-Feier der St.-Petri-Kirche erneut eine „Rhodo“ ausgerichtet. Wegen des Geburtstages wurde groß gefeiert. 1975 kam eine Gewerbeausstellung hinzu und 1977 stand die „Rhodo“ ganz im Zeichen der Verleihung der Stadtrechte. Die Veranstaltung zog damals schon die Massen an: Es wurden rund 45 000 Besucher gezählt. So wuchs die „Rhodo“ und auch der Bekanntheitsgrad der Stadt.
Seit 2002 gilt die Veranstaltung in Westerstede als Europas größte Rhododendronschau und ist ein Aushängeschild für die oldenburgischen und ostfriesischen Baumschulen, die seit 1982 hier ihre Leistungsschau präsentiert haben. Probleme gab es in all den Jahren nur einmal: 1985 wurde die für Mai geplante „Rhodo“ noch im Februar abgesagt, weil durch den extremen Frost die Blütenknospen der Ausstellungspflanzen erfroren waren. In diesem Jahr gehen die Organisatoren zurück zu den Wurzeln. Die „Rhodo“ ist weniger formal gestaltet und hat mehr Volksfestcharakter. Attraktion ist jedoch, wie es Einwohner und Besucher erwarten, die üppige Blütenpracht im Herzen von Westerstede.