Oldenburg - Jetzt hat Westerstede auch offiziell ein zweites Rathaus. Mit der symbolischen Schlüsselübergabe an Bürgermeister Michael Rösner (UWG) durch Nils Brönstrup, Leiter des EWE-Immobilienmanagements, ist das markante Gebäude am Stadtpark kein EWE-Gebäude mehr. Vielmehr sind die städtischen IT-Experten schon eingezogen und bereiten den Umzug ihrer Kolleginnen und Kollegen in das Gebäude vor, dass die Stadt für sechs Millionen Euro vom Oldenburger Energiedienstleister gekauft hat.
Weniger Standorte
Die Stadtverwaltung kann dadurch zwei angemietete Immobilien räumen und einen Großteil des Angebots künftig zentral im Alten Rathaus und dem „Neuen“ anbieten. Lediglich das Amt für Sport, Jugend und Kultur am Hössensportzentrum sowie die Stadtbücherei und die Apothekervilla sind künftig noch weitere städtische Standorte.
Wichtig ist Rösner vor allem eins: „Wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern weiter ein offenes Rathaus anbieten.“ Auch seine allgemeine Vertreterin Hilke Hinrichs sieht „optimale Bedingungen für alle – Bürger und Mitarbeiter“. Für den Bürgermeister ist der Kauf „ein Glücksfall für alle Beteiligten“ – und das zu einem vergleichsweise niedrigen Preis. Der Landkreis hatte fast das Doppelte für den Neubau eines Behördenhauses ausgegeben. Allerdings ist das nun städtische Gebäude auch 24 Jahre alt – laut Rösner aber baulich und energetisch top in Schuss. So könne es beispielsweise auf Erdwärme umgerüstet werden.
Der Verkauf des EWE-Gebäudes in der Westersteder Innenstadt ist zwar schon seit längerem vertraglich besiegelt, nun folgt die offizielle Übernahme des Bürokomplexes durch die Stadtverwaltung. Die EWE hat Bürokapazitäten unter anderem nach Oldenburg verlagert. Außerdem werden wegen des Home-Office und anderer Arbeitsmodelle viel weniger klassische Büros benötigt. So ist die Stadt zu 1800 Quadratmetern Bürofläche plus reichlich Nutzflächen und einer Tiefgarage mit 46 Stellplätzen gekommen.
EWE-Shop bleibt
„Wir freuen uns, dass dieses Gebäude das neue Rathaus wird“, so Nils Brönstup. Sein Kollege Thorben Fürup betonte, dass EWE diesen Standort aber nicht ganz verlasse. Der EWE-Shop bleibe in Westerstede erhalten, vorerst auch in diesem Gebäude. Und auch diese Zusage freute Rösner.
Umzug und Umbau
Zug um Zug werde nun der Umzug erfolgen, kündigt Rösner an. Bis Ende Juli müssen die angemieteten Standorte geräumt sein. Im neuen Rathaus wird in der unteren Etage die Auskunftsstelle platziert. Insgesamt werden am Ende hier vier Ämter mit bis zu 80 städtischen Bediensteten ihre neuen Büros finden. Im Erdgeschoss sollen auch die im Rat vertretenen Fraktionen moderne Räume erhalten. Hier soll auch ein großer Sitzungssaal entstehen, der auch für andere Veranstaltungen zur Verfügung stehen soll. Dazu werden sich aber erst einmal noch Raumplaner mit der besonderen geschwungenen Architektur befassen. Im ersten Obergeschoss wird das Büro des Bürgermeisters, ein Teil des Dezernats I (Hauptamt, Amt für Bildung und IT) mit der Stabsstelle Klimaschutzmanagement und dem Bereich Leader unterkommen. Das zweite Obergeschoss wird zukünftig vom Dezernat II (Sozialamt und Amt für Finanzen) genutzt. Der Bereich Bürgerservice und Ordnung mit dem Bürgerbüro und Standesamt bleibe wie gewohnt im Erdgeschoss im historischen Rathaus. Dort zu finden ist derzeit auch die Touristik. Das Baudezernat erhält im übrigen historischen Rathaus den nötigen Raum. Der alte Sitzungssaal dort wird weiter für Sitzungen genutzt.
Wechsel der Eigentümer (v.l.): Thomas Grunert, Thorben Fürup und Nils Brönstrup (alle EWE) überreichten symbolisch den Schlüssel an Michael Rösner, Hilke Hinrichs und Rico Busch (alle Stadt Westerstede)© Nordwest-Zeitung