Westerstede - Etwas über einen Monat ist es nun her, dass es im Westersteder Rhodo-Königshaus weitreichende Veränderungen gab. Kira Doden ist im Zuge der Prinzessinnen-Wahl während der Rhododendronschau nach vier Jahren als Prinzessin zur Königin aufgestiegen – und Talja Goerke setzte sich gegen drei Mitbewerberinnen durch und ist neue Rhodoprinzessin. Die ersten Wochen in den neuen Funktionen liegen nun hinter den Majestätinnen.
Die Königin
Kira Doden wird schon jetzt als Rekordhalterin in die Geschichte des Westersteder Königshauses eingehen. Sie war aufgrund der Pandemie die am längsten amtierende Prinzessin – vier Jahre waren es. Amtsmüdigkeit? Auf keinen Fall. Kira Doden strahlt, wenn sie von ihrer Aufgabe berichtet. „Ich bin motiviert wie nie“, sagt die 26-Jährige. Sie ist in Westerstede aufgewachsen, wohnt inzwischen aber mit ihrem Verlobten in Edewecht. In der Kreisstadt fühlt sie sich trotzdem zuhause und ist hier oft bei ihren Eltern. Sie arbeitet bei „zu Jeddeloh Pflanzen“ und macht eine Umschulung zur Groß- und Außenhandelsmanagerin. Ihr gefällt an der Aufgabe vor allem das Netzwerken mit anderen Königshäusern auf den diversen Festen. Vor allem in Niedersachsen sind Doden und Goerke unterwegs, um Westerstede zu repräsentieren.
Sie nutzt ihre Auftritte auch gern für Aufklärung über ihre Krankheit: Sie hat Diabetes, trägt ein Blutzuckermessgerät am Arm – und das seit 17 Jahren. Ihr selbst falle es gar nicht mehr auf, sie werde aber oft darauf angesprochen. Weil die traditionellen roten Kleider ärmelfrei sind, fällt das kleine Gerät am Oberarm ins Auge. So kann sie über die Krankheit berichten. „Damit kann ich auch ein Statement für Diabetiker setzen“, sagt sie. Ins Amt kam sie übrigens, weil ihr Vater sie dafür motiviert hat. „Ohne ihn wäre ich heute nicht Königin“, sagt sie.
Die Prinzessin
Talja Goerke hat ihren ersten Monat und ihre ersten Termine ebenfalls hinter sich gebracht – und auch ihr merkt man an: Ihre Bewerbung bereut sie keinesfalls. Bei einem Empfang in Hannover traf sie Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) und konnte mit ihm über ihre Heimatstadt und auch politische Themen sprechen. Die Offenheit des Landesvaters beeindruckte sie. Westerstede bekannt zu machen, liegt ihr am Herzen. „Westerstede ist mein Heimatort und wunderschön. Weil ich weiß, dass ich hier nicht weg möchte, möchte ich, dass die Stadt ein noch besseres Image bekommt“, sagt Goerke. Die 25-Jährige findet ihre Aufgabe „noch schöner als erwartet“. Goerke arbeitet in der Technik und im Nachhaltigkeitsmanagement bei der Ammerländer Wohnungsbau.
In ihrer Amtszeit will sie auch auf etwas aufmerksam machen: „Ich will zeigen, dass Ehrenämter Spaß machen, dass sie was schönes und vielfältig sind“, sagt sie. Das Königshaus ist glücklich darüber, dass die Stadt Westerstede, die Touristik und weitere Sponsoren weiterhin Wahlen ausrichten. Wer übrigens möchte, dass Goerke und Doden auf Veranstaltungen vorbeischauen, kann bei der Touristik in Westerstede anfragen.
Gibt es denn vielleicht auch mal einen Prinzen oder König? Bisher waren männliche Bewerber nicht zu den Wahlen zugelassen. Goerke und Doden könnten sich das gut vorstellen. Sie ständen dem offen gegenüber, sagen sie beide. Schade fänden sie es aber aufgrund der Tradition mit den roten Kleidern – doch da gebe es auch rote Anzüge, sagen sie schmunzelnd. 2025 findet die nächste Wahl statt. Dann steigt Goerke zur Königin auf und Kira Doden wird nach insgesamt sechs Jahren Ehrenamt ihre Regentschaft beenden.

