Kommunale Wärmeplanung – Gemeinsam für eine klimafreundliche Zukunft
Die Stadt Westerstede geht den nächsten wichtigen Schritt in Richtung Klimaschutz und Versorgungssicherheit: Wir starten die kommunale Wärmeplanung – mit dem Ziel, unsere Wärmeversorgung langfristig bis 2040 klimafreundlich, zuverlässig und bezahlbar zu gestalten.
Was ist kommunale Wärmeplanung?
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Prozess, mit dem ermittelt wird, wie unsere Stadt künftig nachhaltig beheizt werden kann. Dabei werden vorhandene Infrastrukturen, Energieverbräuche und erneuerbare Potenziale analysiert und zu einem konkreten Fahrplan für eine klimafreundliche Wärmeversorgung weiterentwickelt. Ziel ist es, Klarheit für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen zu schaffen: Welche Wärmeversorgung ist vor Ort möglich? Wo können zentrale Wärmenetze aufgebaut werden? Und wo sind individuelle Lösungen gefragt?
Erforderlich ist die kommunale Wärmeplanung, da die Wärmeversorgung im Gebäudebereich sowohl auf Bundesebene als auch in der Stadt Westerstede noch hauptsächlich auf fossilen Brennstoffen wie Erdgas und Erdöl beruht. Die Umstellung auf erneuerbare Wärme spielt daher eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der lokalen sowie übergeordneten Klimaziele.
Der rechtliche Rahmen
Die Stadt Westerstede ist durch das Wärmeplanungsgesetz (WPG) sowie das Niedersächsische Klimaschutzgesetz (NKlimaG) verpflichtet, bis spätestens Ende 2026 eine strategische Planung zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung (Kommunale Wärmeplanung) vorzulegen. Die Wärmeplanung ist zudem auch als priorisierte Maßnahme im integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt aufgeführt, dessen Umsetzung im Februar 2025 beschlossen wurde.
So läuft der Planungsprozess ab
Der Prozess dauert rund ein Jahr und umfasst vier aufeinander aufbauende Phasen:
- Bestandsanalyse – Erhebung des aktuellen Wärmeverbrauchs und der vorhandenen Infrastrukturen
(Wie ist unsere Wärmeversorgung heute aufgebaut?) - Potentialanalyse – Ermittlung der Möglichkeiten zur klimaneutralen Energiegewinnung
(Welche erneuerbaren Energiequellen stehen lokal zur Verfügung?) - Zielszenarien – Entwicklung verschiedener Zukunftsbilder einer klimaneutralen Wärmeversorgung
(Wie könnten wir die Wärmeversorgung klimaneutral gestalten?) - Wärmewendestrategie – Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs zur Umsetzung, inklusive konkreter Gebietsanalysen und Vorschlägen für Wärmenetze
(Welche Maßnahmen führen uns ans Ziel?)
Am Ende dieses Prozesses entsteht ein konkreter Maßnahmenkatalog, in dem auch erste Umsetzungsprojekte vorgeschlagen werden – z. B. der Aufbau neuer Wärmenetze oder der Einsatz von Wärmepumpen in bestimmten Quartieren.
Auswirkung für Bürgerinnen und Bürger
Wichtig: Die Wärmeplanung schreibt niemandem vor, wie künftig geheizt werden muss. Sie zeigt lediglich auf, welche Optionen in welchen Gebieten sinnvoll und wirtschaftlich sind.
Ein kommunaler Wärmeplan fungiert als Leitfaden für die Wärmeversorgung innerhalb einer Kommune. Die darin enthaltenen Ergebnisse dienen dem Gemeinderat sowie den umsetzenden Akteuren als Basis und Orientierung für die zukünftige Orts- und Energieplanung. Da es sich um eine informelle, strategische Fachplanung handelt, sind die Ergebnisse rechtlich nicht bindend, was bedeutet, dass die Wärmeplanung keine unmittelbare rechtliche Wirkung entfaltet. Erst nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung werden detailliertere Planungen und Machbarkeitsstudien für spezifische Gebiete durchgeführt, die laut Wärmeplan für den Ausbau von Wärmenetzen geeignet sind. Eine mögliche Ausweisung von Gebieten für den Neubau oder die Erweiterung von Wärmenetzen erfolgt erst im Anschluss an diese Detailplanungen und ist nicht Teil der Wärmeplanung selbst. Somit verpflichtet die Wärmeplanung die Bürgerinnen und Bürger somit zum Handeln und bedingt auch nicht die frühzeitige Inkraftsetzung der 65 % Erneuerbare-Energien-Regelung für Heizungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).
Beteiligung und Transparenz
Unterstützt werden wir bei der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung vom regionalen Energienetzbetreiber EWE NETZ, der im Rahmen einer Ausschreibung den Auftrag für die Planung erhalten hat. Begleitet wird der Prozess durch die Beteiligung und Information der lokalen Akteure und der Öffentlichkeit. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu finden, die zu unserer Stadt passen und Akzeptanz schaffen. Die Stadt Westerstede als planungsverantwortliche Stelle ist bei der Erarbeitung des Wärmeplans auf die Kooperation und Mitwirkung aller für diesen Prozess relevanten Akteure angewiesen. Über den Erstellungsprozess, Zwischenergebnisse sowie Veranstaltungen wird die Stadt regelmäßig informieren – hier auf unserer Website sowie über weitere Kanäle.
Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.





