Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik in Westerstede

Künftig ca. 55-75 % weniger Stromverbrauch

Die Stadt Westerstede stellt große Teile der Straßenbeleuchtung in Wohngebieten auf moderne LED-Technik um. Hierfür werden die alten Lampenköpfe mit der Innenverkabelung ausgetauscht und u.a.  zusätzliche Schaltkästen aufgebaut.

Hauptziel ist die Einsparung von Energie, weshalb es auch Fördergelder über das Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes des Bundes (KInvFG) und über das Nds. Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (NKmInvFöG) gibt. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 310.000 €, wobei der Eigenanteil der Stadt ca. 34.000 € beträgt. Durch den Austausch der vorwiegend alten Quecksilberdampfhochdrucklampen gegen LED-Technik wird künftig ca. 55-75 % weniger Strom verbraucht. Hiervon profitiert künftig aber nicht nur die Stadt durch geringere Betriebskosten, sondern auch die Umwelt, da durch die Stromeinsparung auch weniger Ressourcen verbraucht werden.

Ende letzten Jahres hat die Stadt Westerstede den Auftrag für den ersten Teil der Umrüstung auf LED-Beleuchtung erteilt. Geplant ist, an knapp 600 Laternen - vornehmlich in den Straßen älterer Wohngebiete - die veralteten Leuchtenköpfe zu demontieren und durch energieeffiziente LED-Leuchten zu ersetzen. In diesem Zuge sollen ebenfalls abgängige Zuleitungen, Beleuchtungsmasten und Kabelverteilerschränke ertüchtigt werden. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich Ende Januar 2021 in Westerstede starten und mehrere Wochen dauern. Im Weiteren sind auch in Ocholt Leuchtenwechsel vorgesehen.  Es ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Die Stadt Westerstede bittet alle Verkehrsteilnehmer und Anwohner um Verständnis und bittet gleichzeitig um erhöhte Aufmerksamkeit, Geduld und Rücksichtnahme. Witterungsbedingte Verzögerungen sind möglich.

Mit dem Wechsel der Leuchtmittel, umgangssprachlich gerne als „Glüh-Birne“ bezeichnet, wäre es nicht getan gewesen, denn die Komponenten einer Lampe müssen zusammenpassen, um eine vernünftige Ausleuchtung zu bekommen. Dabei ist es nicht Ziel gewesen, die Straßenbeleuchtung auf irgendwelche DIN-Normen auszurichten, da man in den Wohngebieten nur eine Ausleuchtung anstrebt, um wichtige Einzelheiten wie Bordsteinkanten usw. erkennen zu können; eine taghelle Ausleuchtung der Verkehrsflächen wäre aber zu viel des Guten.

Die Umstellung wird für die Bürgerinnen und Bürger bereits tagsüber durch die modernen Lampenköpfe zu erkennen sein, nachts wird die wesentlich hellere Beleuchtung aber allen sprichwörtlich regelrecht ins Auge fallen. Die Mitarbeiter des Bauamtes erwarten durchaus gemischte Reaktionen, da die Bürgerinnen und Bürger sehr unterschiedliche Erwartungen an eine Straßenbeleuchtung haben. Vielen reicht ein leichtes Orientierungslicht; Menschen mit einer Sehschwäche oder sogar einer Sehbehinderung haben hier weitaus höhere Ansprüche. Als Kompromiss wurde deshalb festgelegt, dass man weitgehend auf  Streulicht oder Opalglas verzichtet, damit das Licht effektiv ausgenutzt werden kann. Zum Ausgleich wurde die Lichtfarbe von 3000 Kelvin gewählt, die das Auge noch als ein warmweißes Licht wahrnimmt. Dabei werden die Farben weitgehend neutral dargestellt, was bei einer wärmeren Lichtfarbe (bei sog. Gelblicht) nicht der Fall gewesen wäre. Die gewählte Lichtfarbe ist im Vergleich zum Bestand auch verträglicher für Insekten, was bei der Festlegung der Ausschreibungskriterien auch eine Rolle gespielt hat. Denn je mehr Blauanteile das Licht hat, desto größer ist seine Anziehungskraft auf Insekten. Aufgrund der nicht vorhandenen UV-Strahlung ist das LED-Licht als insektenfreundlich einzuordnen.

Schlussendlich ging es auch noch um Lichtverschmutzung, was auch dafür sprach, den gesamten Leuchtenkopf gegen einen besseren auszutauschen, um das räumliche Abstrahlverhalten optimal auf die Verkehrsflächen auszurichten und Streulicht zu vermeiden. 

Derzeit läuft noch ein zweites Vergabeverfahren, um die für die Stadt bereitstehenden Fördermittel zu 100% abrufen zu können.

Für die Zukunft werden weitere Lampenköpfe nach und nach ausgetauscht, auch an den Haupt- und Wohnsammelstraße, wo man aus Gründen der Verkehrssicherheit eine etwas stärkere Ausleuchtung als in Wohngebieten anstreben wird.

Ansprechpartner für weitere Informationen ist vom Bauamt Harald Janßen, Tel. 04488/55424.